Gemeinsam Höchstbelastung meistern

Psychosomatische Unterstützung für Mitarbeiter*innen und Angehörige von Patient*innen am UKL in der Covid-19 Pandemie (PsychosoMA-Covid-19)

Die COVID-19 Pandemie stellt Sie als Mitarbeiter*innen am UKL, Ihre Patient*innen und deren Angehörige vor enorme Herausforderungen – dazu gehört auch der Umgang mit Stress, Ängsten und Sorgen. Das Team der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie möchten Sie in dieser Zeit mit verschiedenen Angeboten unterstützen, gesund zu bleiben.

Unser Angebot

Online Schreibprogramm

Hier geht es zu unserem Online-Schreibprogramm bei psychischen Belastungen in der Covid-19 Pandemie

Selbsthilfe

Hier finden Sie Tipps zur Selbsthilfe zum besseren Umgang mit Stress und psychischer Belastung

Anderen Helfen

Hier finden Sie Tipps, wie Sie Ihre Patient*innen und deren Angehörige unterstützen können

Weitere Anlaufstellen

Hier finden Sie weitere Kontakte von Hilfsangeboten in der COVID-19 Pandemie

COVID-19 und psychische Gesundheit

Sie sorgen in Ihrer Arbeit täglich für das Wohl von Menschen. In einer Ausnahmesituation wie der aktuellen COVID-19-Pandemie bedeutet das auch, extreme Drucksituationen und Höchstbelastungen zu durchleben.

Dabei werden wir nicht nur auf organisatorischer und klinischer, sondern auch auf psychischer Ebene vor besondere Herausforderungen gestellt. Zu möglichen besonderen Belastungen in der aktuellen Situation zählen:

  • lange Arbeitszeiten, höhere Patientenzahlen, eventuell mangelnde Schutzausrüstung
  • schwierige moralische Entscheidungen in der Patient*innenversorgung
  • Stigmatisierung aufgrund der Arbeit mit Hochrisikopatient*innen
  • Konfrontation mit Ängsten und Sorgen von Patient*innen und deren Angehörigen
  • Sorgen um die eigene Gesundheit und die von nahen Menschen

Stress und negative Gefühle sind eine ganz normale Reaktion auf diese besondere Belastungssituation. Sie bedeuten in keinem Fall, dass Sie nicht gut in Ihrer Arbeit oder schwach sind. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn etwas mal nicht so klappt, wie sie es geplant haben.

Gerne möchten wir Sie dabei unterstützen, Stress und Überforderung in dieser herausfordernden Zeit zu bewältigen. Dafür haben wir auf dieser Website verschiedene Angebote bereitgestellt, die Sie alleine oder mit therapeutischer Unterstützung nutzen können.

Tipps für die aktuelle Hochbelastungsphase

Grundbedürfnisse ernst nehmen

Essen, trinken und schlafen Sie regelmäßig.

Pausen und Freizeit aktiv gestalten

Entspannen und bewegen Sie sich ausreichend.

Gefühle zulassen

Stress ist eine menschliche Reaktion auf Extrembelastungen. Geben Sie Ihren Gefühlen Raum. Fokussieren Sie auch auf Positives.

Unterstützung suchen

Nehmen Sie Hilfsangebote wahr und kontaktieren Sie uns gerne.

Grenzen anerkennen

Respektieren Sie Ihre eigenen Belastungsgrenzen und die Ihrer Mitmenschen. Halten Sie sich an den Leitsatz „Ich tue, was ich kann“.

In Kontakt bleiben

Sprechen Sie mit Familie, Freund*innen und Kolleg*innen.

Häufige Fragen

Psychische Belastungen können sich auf körperlicher, emotionaler bzw. gedanklicher Ebene oder als Verhaltensweisen zeigen. Folgende Aspekte können exemplarisch auftreten:

Gefühle

Taubheit, Gereiztheit, Wut, Scham, Schuld, Traurigkeit, Realitätsverlust oder Angst

Gedanken

Verstärkt Sorgen in Bezug auf die Gesundheit, Tod, Isolation, Einsamkeit; Sorgen um negative Bewertung durch andere oder über die finanzielle Situation

Körperliche Erscheinungen

Schmerzen, veränderter Appetit, Schlafprobleme, erhöhte Herzfrequenz, Erschöpfung, Erstarrung, Weinen, muskuläre Anspannung

Verhaltensweisen

Konzentratiponsschwierigkeiten, Schwierigkeiten für sich oder andere zu sorgen, Zurückgezogenheit, Schreckhaftigkeit oder übermäßige Wachsamkeit, eingeschränkte Entscheidungsfähigkeit, Impulsivität, erhöhter Alkohol- oder Medikamentenkonsum

In anspruchsvollen Situationen fällt es uns manchmal schwer, diese Symptome zu erkennen. Beobachten Sie sich selbst, in dem Sie Ihre Gefühle, Ihre Gedanken, Ihren Körper und Ihr Verhalten wahrnehmen.

In einer Belastungssituation wie der aktuellen COVID-19 Pandemie ist es vollkommen normal, Stress zu empfinden. Stress kann zu belastenden Gedanken führen, die wiederum belastende Gefühle, unangenehme körperliche Reaktionen und ungesunde Verhaltensweisen auslösen – es entsteht ein sich verstärkender Teufelskreis. Beobachten Sie sich aufmerksam und beginnen Sie früh genug, etwas für sich zu tun. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn etwas mal nicht so klappt wie sie es geplant haben.

In Rahmen unseres Online-Schreibprogramms können sie gezielt Ihre Ressourcen und Kräfte gegen Stress aktivieren – unterstützt durch unser therapeutisch geschultes Personal. Wenden Sie sich auch gern an unser Krisentelefon. Auf unserer Seite haben wir zudem verschiedene Werkzeuge zusammengestellt, die Ihnen helfen können, sich zu entspannen und sich von negativen Gedanken und Gefühlen zu distanzieren. Hier finden Sie Kontaktadressen weiterer regionaler und bundesweiter Anlaufstellen, an die Sie sich in psychischen Krisensituationen wenden können, z.B. den Sozialpsychiatrischen Dienst oder das Psychosoziale Beratungstelefon.

In der Arbeit mit Risikopatient*innen kann es zu negativer Bewertung oder gar Anfeindungen durch Andere kommen. Leider kann die bereits herausfordernde Situation dadurch noch schwieriger werden. Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit Menschen, die Ihnen nahe stehen. Nutzen Sie das kollegiale Miteinander auf Arbeit und unterschützen Sie sich gegenseitig. Bleiben Sie mit Ihren Erfahrungen nicht alleine.

Auch hierzu können Sie unsere Angebote wie das Online-Schreibprogramm sowie die Werkzeuge zur Selbsthilfe für sich nutzen.

Die physische und psychische Belastungssituation ist auch für viele Patent*innen und deren Angehörige enorm. Versuchen Sie, Betroffene im Rahmen Ihrer Möglichkeiten zu unterstützen, indem Sie a) achtsam und wertschätzend zuhören, b) beruhigen, c) die Ressourcen der Person aktivieren, d) nützlich informieren. Hier finden Sie ausführliche Hinweise zum Umgang mit belasteten Personen. Speziell für Angehörige von Patient*innen am UKL haben wir zudem ein Online-Schreibprogramm mit therapeutischer Unterstützung entwickelt. Verweisen Sie ggf. auch auf andere Hilfsangebote.